Dem Ende nahe…

Hallo liebe Leute!
Nachdem ich nun sogar auf tagesschau.de vom Erdbeben hier vor der Kueste Honduras gelesen hab, will ich dem doch mal ein wenig Wind aus den Segeln nehmen. Uns geht es hier noch immer praechtig. Ich bin nachts (es war wohl so gegen halbdrei Ortszeit) nichteinmal aufgewacht und durfte mir am naechsten Morgen alles anhoeren. Vormittags waren wir vom Internet abgeschnitten, weil wohl die Komunikation im Land teilweise zusammengebrochen ist. Jedoch muss man da regional wieder unterscheiden. Fliessend Wasser haben wir auch nicht, jedoch schon seit ca. einer Woche ;)
Die Kuestenregionen wird es wohl schlimmer getroffen haben, als uns Hinterwaeldler. Nett war ja, dass wir tagsueber noch in San Pedro Sula verweilt haben, um unser Auto durchchecken zu lassen. Beim Erdbeben nachts soll es dann teilweise ganze Strassen zerstoert haben. Glueckgehabt, weiter gehts!
Ansonsten gehts hier relativ normal durch die Tage. Da es keine Ferien gibt, gibt es auch fuer uns keinen Urlaub und wir ziehen streng aber bestimmt* unseren Unterricht durch. Jetz sind es allerdings noch ca drei Wochen, die uns hier im Projekt bleiben. Dann beginnt unser Urlaubsmonat. „Jaja, schon wieder Urlaub!“ wird es heissen, aber den haben wir uns auch redlig verdient :)
Vor allem eben die Hitze und gleichzeitig kein fliessend Wasser machen das Leben zum Abenteuer und das jeden Tag. Ein Freiwilligen-Paeaerchen aus Spanien bzw Portugal haben uns jetz schon bereits seit einem Monat die Nachhilfestunden vormittags abgenommen, sodass wir konzentriert fuer Nachmittags arbeiten. Ob diese jedoch beide laenger bleiben, ist noch ungewiss.
Loszukommen von hier ist ja nicht einfach, wie ich merke. Trotz der Verlockung, der Heimat bald ganz nahe zu sein, sitzt mein Herz hier bereits tief und es ist fuer mich nichtmehr vorstellbar, in Deutschland am Kuechentisch zu sitzen. Wie es damals unvorstellbar war, in einer Halle zwischen Latinos und Latinas zu Abend zu essen. Und ich habs trotzdem geschafft ;)
Bis hierhin soweit und bis zum Wiedersehen in Deutschland alles Gute,
liebe Gruesse und bis bald!
Euer Hondurasfahrer

Frohe Ostern!

Gruess euch!
Frohe Ostern erstmal und ein paar ruhige Feiertage :)
Wir waren ja jetz auch in den Ferien. Vom 4. bis zum 11. April hatten wir die „gesetzlich“ vorgeschriebe Feiertagswoche nutzen koennen, um nach El Salvador zu fahrn. Waehrend die Jungs und Maedels aus dem Haus ebenfalls alle in ihre Doerfer fuhren, richteten wir uns auf eine anstrengende Woche ein.
Los gings dann samstagmorgens um fuenf Richtung Sueden, um Honduras am Grenzuebergang „El Poy“ zu verlassen. Der Staat El Salvador verlangte dabei ueberraschenderweise keine Einreisegebuehren und die ersten Fahnen, die uns entgegen wehten, waren die roten Fahnen der neuen Regierungspartei FMLN. Es fing also gut an!
Und so ging es auch weiter: Nach einem Tag purem Busfahrn kamen wir gegen Abend in der Kuestenstadt La Libertad an: erschoepft aber gluecklich. Natuerlich nahmen wir uns ein Zimmer im Hostal „Surf“, wie es sich fuer echte Wellengoetter gehoert.
Und am naechsten Tag ging es dann auch los: Die beste Wasserzeit (sechs Uhr morgens) knapp verpasst, machten wir uns gegen halbzehn auf zum „Krankenhaus der Bretter“, wie sich der Surfshop nannte. Fuer eine Stunde wollten wir uns in die Wellen trauen und erhielten dafuer ein Longboard. Da diese Art Surfbrett eigentlich fuer Anfaenger gedacht ist, dachten wir, leichtes Spiel zu haben. Die erste Welle drausen belehrte uns dann eines besseren und ich verliess das Wasser schnell wieder mit blutigen Schuerfwunden an Beinen und Fuessen. Generell war dieser erste Versuch nicht ganz nach meinem Geschmack, doch wollte und konnte ich diese grosse Verantwortung der Surfrevolution nicht einfach so hinschmeissen.
Wir machten uns also mit dem Bus am selben Tag noch auf nach Osten und hilten erst eine Viertelstunde spaeter im Kuestendorf San Diego. Von einem ausgewanderten Briten wird doch ein 1A Hostel gefuehrt (El Roble). Surfen konnte man dort nicht (schaaade!), doch hatten wir dafuer genug Zeit, mal richtig auszuspannen. Jede Menge Obst, Marmelade, Broetchen und BUTTER (!) nahmen den richtigen Weg, naemlich in den Magen.
Nach einer exzellenten Nacht ging es Montags gegen Mittag wieder zurueck nach La Libertad und an der Kueste entlang ´gen Westen an den Strand Sunzal. In den Zimmern der Santa Cecelia fanden wir eine kostenguenstige Unterkunft und konnten uns wieder unser eigentlichen Leidenschaft widmen: klar, dem Surfsport. Also leihten wir uns wieder ein Brett und raus in die Wellen. Und nun kam sie, die Wende. Ich stand. Das erste Mal. Und es war gar nicht so schwer. Es war nicht lange, zugegeben, doch ich stand. Auch konnte man nicht von Kontrolle reden, doch ich stand. Und ich schwebte, wie es sich fuer Titelanwaerter im weltweiten Wettbewerb gehoert. Klar, kein Ding, erledigt. Leider ging dabei auch eine der Flossen bei einer Kolission mit diesen elenden Unterwasser-Felsen drauf, die ersetzt werden musste. Aber das konnte den Erfolg nur minimalst mindern. Im Garten der Santa Cecelia befanden sich einige Mangobaeume, sodass wir ein sportliches Abendmahl zu uns nehmen konnten. Neben frischer Mango gabs auch Schafslyoner aus dem Hause Kuepferle. Die hatte ich naemlich mit dem letzten Paeckchen aus der Heimat erhalten :)
Fuer den naechsten Morgen hatten wir uns dann aber doch mal besser einen Surflehrer gemietet. Schliesslich wollten wir auch mal sehn, was der so drauf hat! In Privatunterricht zeigten die uns dann um sieben Uhr morgens die Kniffe des Aufstehens in der Wellte, das Gleichgewicht und die 360°-Drehung. Ja, letzteres war ein Witz! Inhalt der Stunde waren die theoretischen Basics und deren praktische Anwendung. Wir lernten durchaus einiges und hatten danach noch jede Menge Zeit alles auszuprobieren. Ueber Mittag legten wir dann Schlafpause ein (es ging hauptsaechlich um Kraftregeneration), sodass wir am Nachmittag nochmal in den Wellen toben konnten. Am Abend waren wir schliesslich einstimmig der Meinung, dass es das dann auch gewesen sein sollte, denn taten zumindest mir alle Knochen weh!
Fuer den naechsten Tag (Mittwoch) war dann wieder eine laengere Busfahrt geplant, denn wir machten uns mit Zwischenstop in El Zonte und La ¨Perla auf den Weg nach Sonsonate. Die Fahrt war dabei wirklich ansehnlich, denn ging es immer mit Blick aufs Meer an der Kueste entlang. Die Stadt entpuppte sich als sehr „mittelamerikanisch“, d.h. heiss, voll und trotz Zentrum etwas unuebersichtlich. Meine EC-Karte besiegte in einem spannenden Match die VISA-Karte des Jakob. Letztendlich gelang es uns nur mit der EC-Karte der Sparkasse Buehl in Mittelamerika Geld abzuheben. Hoch lebe die internationale Solidaritaet der Sparkasse Buehl! Den Abend versuesten wir uns letztendlich mit Pizza California. Eigentlich dachten wir ja, wieder weiter an die Kueste fahren zu koennen, doch zogen wir wegen der vorgerueckten Stunde, es war bereits ja bereits Abend, ein Quartier in Sonsonate vor.
Donnerstags setzten wir den Plan dann in die Tat um und wir erreichten die Kueste gegen Mittag. Eine Unterkunft war schnell gefunden, sie nannte sich Onkel Willy. Die normalen Zimmer konnten (oder wollten) wir uns nicht leisten, sodass wir die noch unfertigen bekamen. Mit einer Matratze auf dem Boden gaben wir uns zufrieden und wir konnten uns ueber den Strand hermachen. Leider war der krass zugemuellt. Neben Holz fanden sich Rohrstuecke, Netze und sogar Schuhsolen. Zum Glueck wurden wir aber nach kurzer Zeit von ein paar Salvadorianern zum Kicken eingeladen. Wir tauschten Handynummern aus und sie boten uns ihr Haus an. Sie kamen jedoch aus dem wohl gefaehrlichsten Viertel von San Salvador, was durchaus ein wenig abschreckte ;)
Sie besuchen kamen wir dann letztendlich nicht, da wir Freitags mit den Osterfeiertagen und dem Ausbleiben der Buse kaempfen mussten. Wir machten dabei soviele Kilometer gut, wie moeglich war. In Chalatenango machten wir dann unseren naechsten Halt. In einem kleinen Motel liessen sie uns ein und wir bekamen ein kleines aber feines fensterloses Zimmer. Zum ersten Mal hatten wir sogar einen Fernseher. Diesen kosteten wir dann auch in allen Zuegen aus. Draussen war es kaum auszuhalten vor Hitze und das letzte Mal fernsehguggn muss Monate her gewesen sein! Tagsueber hielten wir uns touristisch also zurueck, in der Nacht stand dann aber eine der typischen Osterprozessionen auf dem Programm. Die liessen wir uns natuerlich nicht entgehen und schauten uns das Spektakel vom Strassenrand an. Mit Fackeln zogen die Dorfbewohner durch die Strassen und begleiteten die Polizeimusikkapelle, sowie mehrere Standarten-Traeger und eine auf einer Trage aufgebarte Jesus-Figur. Alles war vor allem wegen dem scheinbar ewigen Fackelzug (ca 300-400m) sehr imposant. Man sah irgendwann nur noch Fackeln um sich herum und verlor sowohl den Anfang als auch das Ende aus den Augen. Nachdem wir wieder ins Hotel zurueckgekehrt waren, erzaehlte uns der Inhaber, ein bereits aelterer aber energischer Herr, von der Befreiungsrevolution und seiner Jugend als Musikant. Mit seiner Gitarre spielte er uns eine kleine mittelamerikanische Rundreise mit Liedern aus Mexico, Guatemala, El Salvador und sogar Peru – nur aus Honduras war leider keines dabei.
Am naechsten Morgen (Samstag) fruehstueckten wir zur Feier des (letzten) Tages in einer Baeckerei. Unser Glueck war aber vor allem, dass der Sohn der Baeckerin uns sein Werbe-Shirt der damaligen Befreiungs- und heutigen Regierungspartei sowie eine dieser typischen Autofaehnlein schenkte. Er sei kein grosser Fan von „denen“ und wir sagten da natuerlich nicht nein! Den restlichen letzten Tag unserer El Salvador-Reise verbrachten wir dann wieder im Bus und kamen letztendlich gegen Abend „zuhause“ in Copán Ruinas an. Schoen wars und wieder mal ein Abenteuer bei dem man den naechsten Tag nie hatte vorraussagen koennen :)
Jetzt gehts natuerlich mit den Capacitaciones weiter und mit dem Schulersatz der Abschluessler erst richtig los. Bei denen fallen naemlich die ersten Arbeiten an und das bedeutet nicht fuer die Schueler Stress.
Die Fastenzeit haben wir dieses Jahr leider nicht durchziehen koennen. Dafuer war der Verzicht auf Konsum waerend des gesamten Jahres schon auf ein Minimum begrenzt. Der Ostermontag wird demnach auch nicht besonders gefeiert und schon garnicht wie die letzten zwei Jahre (man erinnert sich!).
Vielen von euch jetz mal schoene Osterferien und den restlichen schoene Osterfeiertage! Ruht euch aus und geht dann richtig ab.
Liebe Gruesse aus dem heissen Honduras, wir sind grad mitten im Sommer :)



Surfin’


Waitin’


Am Strand


Der Jakob auch


Ganz nahem


Ganz unten


Vorbereitungen fuer…


…die Osterprozession

Bilder, aufs Neue

So jetz doch :)
Viel Spass damit!



Jakob – Bea – ich


San Pedro am Atitlan


Sprung ins kuehle Nass


Elena?


Der Jahrmarkt


Am Schiessstand


Pferdefluesterer


Die Hitze,…


…sie kommt!

April, April…

Hallo lieber Leser,
nun schreib ich wieder nach dieser schier endlos langen Pause! In den letzten Wochen waren wir unter anderem in Guatemala zu Besuch, erfuhren die Nachricht vom Tode zweier Engel und bekamen letztendlich eine neue Aufgabe, welche unser bisheriges FSJ masslos uebertrifft. Nun gut.
Die Guatemala-Reise war ein wirklicher Erfolg. Vom 19. bis 22.03. verbrachten wir volle vier Tage im Nachbarland. Mit zwei aus Spaniern im Gepaeck hatten wir bereits auf der Hinfahrt die ersten Pannen. Doch der Fahrer des Minibuses kennt sich da wohl schon auf (ist das positiv oder negativ?) und legt sich gekonnt unters Gefaehrt. Unter Zuhilfename meines Taschenmessers repariert er die Benzinleitung. Dabei dachte ich immer, dass man mit Messern Loecher sticht, statt sie zu flicken. Jedenfalls sind wir bis zu unserem Ziel Antigua gekommen. Dort hatten wir bereits den Vorteil der Ortskenntnis. Der eifrige Leser erinnert sich naemlich an unsere Mexiko-Reise, welche ueber schon ueber Antigua fuehrte. So fanden wir schnell unser guenstiges Hotel wieder und liesen den Tage fuer deutsche Kerle und spanische Maedels elegant ausklingen. Waehrend die Spanierinnen sich auf den Handarbeits- und Souveniersmarkt stuerzten, machten wir uns ueber die oertlichen Schnapsangeobte her und hatten so gekonnt mehr Kontakt zu den tourismusferneren Branchen. Auch bekamen wir einen Flyer eines „bayrischen Biergartens“ in die Haende, welchen wir natuerlich nicht links liegen lassen konnten. Daher gings Abends Weeeezen trinken und Bretschel essen, was wirklich bitter noetig war. Auch merkten wir bei einem kuehlen Koepi (Koenigspilsener), dass wir uns schwer an das leichte Bier Mittelamerikas gewoehnt hatten. Es wird schwer werden, Zaepfle zu geniesen – doch sind wir das unserer Leber schuldig. Letztendlich sind wir dann irgendwo in einer Salsa-Regueton-Bar gelandet, wo wir die Nacht zum Ausklang bringen konnten.
Das Hostel fand das wohl nicht witzig und lies uns beim Antreffen, es war noch Nacht, laessig vor der Haustuer stehen. Einlass wurde uns erst um fuenf Uhr morgens gewaehrt. Mit dem Wissen, sowieso um sechs wieder aufstehn zu muessen, liess ich mich gekonnt und mit Schuhen ins Bett fallen.
Der zweite Tag verbrachten wir hauptsaechlich auf so einem schei* Vulkan und im Bus. Der Vulkan war an sich cool, wenn es nur kein Berg gewesen waere. Hoch mussten wir naemlich laufen. Zu Fuss! Dort konnten wir dann jedoch die heisse Lava von nahem betrachten und die Hitze bei nur einem Meter deutlich spueren. Die amerikanischen Touristen packte da gleich das Lagerfeuer-Feeling und sie packten ihre Marshmellows aus um sie ueber dem fluessigen Gestein zu grillen. Auch runter wars nicht besser, stieg die Sonne doch hoeher und hoeher und unserer Brand ebenfalls. Zum Gegenfeuer legen war keine Zeit, denn fuhr der naechste Bus bereits kurze Zeit nach unserer Ankunft Richtung San Pedro. Bis zum See Atitlan kamen wir dabei trockenen Fusses, aber entpuppte sich das letzte Taxi als eine schaukelige Kleinigkeit, welches durch ein Seil am Ufersteg festgetaut war. Dieses Motorboot sollte uns quer ueber den Teich ans ersehnte gegenueberliegende Ufer bringen. Mit der Gischt im Gesicht brausten wir schliesslich durch die Nacht und verloren uns in den Wogen des Sees.
Naja eigentlich kamen wir unbeschadet drueben an. Den Abend aber verbrachten der Jakob und ich gesittet im Bett, waehrend die beiden Maedels ohne uns ein weiteres Mal loszogen. Auch der naechsten Tag wurde hauptsaechlich ruhig angegangen. Gekonnt stellten wir Verbindung zum Wasser her und vollfuehrten so manchen Sprung ins kuehle Nass. Kuehl triffts nicht ganz, es war arsc*kalt! Schoehn wars trotzdem und wir verbrachten einen Urlaubstag, wie man ihn sich in den Bergen Guatemalas am Ufer eines blauen Sees nicht besser vorstellen koennte :) Los war demnach nicht viel, hauptsaechlich rumliegen, essen, trinken, Ausblick geniessen und die sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.
Am naechsten Tag gings naemlich schon wieder hektisch von statten und wir verbrachten an die 14h im Bus sitzend. Unsere Heimfahrt ging mal wieder ueber Antigua und direkt nach Hause. Auch erkannten wir den Fahrer wieder, welcher der gleiche von der Hinfahrt war. Dummerweise kann er sich wohl nicht von seinem Bus trennen. Und Geld fuer Reperaturen ist wohl auch knapp, sodass sich unser Mechafahrniker wiedereinmal ueber die leckende Benzinleitung hermachte. Wissend, dass fuer morgen der Abschied von den beiden Spanierinnen auf dem Plan stand, gingen wir „zu Hause“ in Copan noch oertlich Pizza essen (in Honduras italienische Pizza beim Amerikaner) und brachten unseren Trip durch Guatemala gekonnt zum Ausklang.
Wir mussten zu Hause angekommen jedoch auch die Nachricht entgegennehmen, dass die beiden Zwillingskinder aus dem Nachbarhause Johana und Elsa verstorben sind. Warscheinlich haben sie im Muell einige Chips (oder aehnliches; die Uebersetzungen schwanken da ;) ) gefunden, die mit Rattengift versetzt waren. Was genau passiert ist, nachdem sie sie gegessen haben, weiss man nicht, doch kam jede Hilfe zu spaet. Das naechste Krankenhaus liegt mit dem Auto mindestens 2 Stunden entfernt und so ein Auto muss man erstmal auftreiben. Die Familie jedenfalls hatte keines und so starb der erste Zwilling bereits im Auto. Dass die beiden bereits vor ihrem zehnten Geburtstag ihr Leben lassen mussten ist erschuetterlich. Doch ist dies nur ein Fall, der uns nun persoenlich betroffen hat. Die Realitaet hier sieht jeden Tag aufs Neue so aus. Es sterben Kinder, welche viel juenger, vieler kleiner und viel unschuldiger sind und doch trifft einen natuerlich der Tod von Vertrauten immer besonders hart. Die Trauer gilt momentan daher besonders der Grossmuter Tina, welche wegen der Unfaehigkeit der Mutter die Erziehung uebernommen hatte, doch generell allen Eltern, die ihre Kinder so grundlos verlieren!
Erfreulicher ist, dass unser Arbeitsleben komischerweise gerade dann in Schwung kommt, wenn es eigentlich dem Ende zu geht. Die Schueler, welche sich im letzten Jahr ihrer Schulkarriere befinden, haben einheitlich den Dienst quitiert. Da die Schule es nicht schafft, Lehrer fuer die „Abiturienten“ bereitzustellen, vielen fast alle Stunden seit Jahresbeginn im Februar aus. Die Organisation ACOES, welche fuer das Haus hier verantwortlich ist, ist verstaendlicherweise nicht bereit fuer Ferien zu bezahlen. Somit sollen die Jungs und ein Maedel nun hier im Haus ihr letztes Jahr Bachillerato ableisten und da kommen zwei deutsche Freiwillige gerade richtig. Jeden Tag gibts von uns naemlich geballte 90min pro Fach und vier Faecher pro Tag auf die Ohren. Der Jakob uebernimmt dabei Englisch und Gemeinschaftskunde/Wirtschaft und ich mach Mathe und Physik. Natuerlich ist diese „Abitursvorbereitung“, welche von uns letztes Jahr noch mit „H*rensohn“ gleichgesetzt wurde und zu Gunsten von knarrenschwingenden Computerfrauen zeitlich nach hinten verschoben wurde, nicht mit dem deutschen Niveu zu vergleichen. Sich dauerhaft auf der anderen Seite des Schultisches zu befinden ist aber trotzdem eine ganz anstrengende Erfahrung :) Bisher laeuft es noch ganz gut, wobei schon ein wenig die Motivation und vor allem die Disziplin im Vergleich zum Schulleben fehlt.
Jetz gaebs hier noch ein paar Bilder auf die Augen. Aber der Upload-Dienst streikt, daher erst spaeter…
Ich verabschiede mich wieder und wuensche ein frohes Osterfest bei hoffentlich wieder angenehmeren Temperaturen. Meldet euch, bis bald
euer Christoph

hier mal wieder…

Gruess euch, jetzt wieder!
Obwohl es eigentlich nichts Neues gibt, will ich doch zeigen, dass ich noch lebe. Unsere Arbeit geht hier wie immer von statten – jetzt auch ohne Mariona und Miguel, unsere beiden spanischen Freunde. Das sorgt natuerlich fuer ein wenig Wirbel und Unordnung, langsam aber sicher kommt jedoch auch der letzte hier in seine Rolle zurueck. Das Colegio, welches eigentlich am 15. Februar anfangen sollte, hat bei den wenigsten bisher komplett begonnen. Die Jungs und Maedels hier haben hoechestens zwei oder drei Stunden am Tag bzw. ueberhaupt noch nichts. Anscheinend mangelt es noch an Lehrern; ob die noch im Urlaub sind? Das Haus ist daher vor allem Vormittags und ueber Mittag gerammelt voll.
Da ja nun kein „Vormund“ (es waren immer die Spanier bisher) mehr anwesend ist, organisieren wir die Nachhilfestunden selbst. Dabei muessen wir uns natuerlich an den Tagesplan halten, jedoch legt dieser in diesem neuen Jahr die Zeit fuer Capacitacióoooon auf Viertel-vor-zehn bis Viertelzwoelf fest (jaja, oder halt 9.45-11.15). Diese eineinhalb Stunden werden tagesabwechselnd mit Mathe oder Englisch gefuellt. Ausserdem haben wir das Kleinstgruppenprinzip angewandt, um moeglichst grossen Erfolg bei minimalstem Kopfweh zu erziehlen. So ist naemlich keine Gruppe groesser wie sechs Schueler_innen und wir haben vollen Ueberblick ueber das Geschehen. Das heisst aber auch, dass dann jeweils eine Gruppe mit Aufgaben beschaeftigt werden muss und jeder von uns beiden seinen Unterricht allein macht. Der Morgen ist somit mit Unterrichtsvorbereitung gut gefuellt, schliesslich will jede Gruppe gut vorbereiteten Unterricht erhalten :)
Sonst haben wir verschaerft Bekanntschaft mit Europa gemacht. In Copan Ruinas hat sich eine Gruppe ICJA-Freiwilliger angesiedelt, die im normalen Leben aus Schweden, England und Neuseeland kommen. Die sorgen zumindest an den Wochenenden fuer ein wenig Abwechslung zum honduranischen Leben.
Abwechslung brachten auch drei Spanierinnen in unseren Alltag, die mit Kisten voll Medizin und aerztlichen Geraeten aus Tegucigalpa ankamen. Mit diesen drei Medizinstudentinnen (wie sich herausstellte) und ihrem maennlichen Begleiter besuchten wir eine Gemeinde in den Bergen, um Komplettkontrollen der Koerperfunktionen durchzufuehren. Zumindest erschien es mir so, denn es hat ewig gedauert, u.a. auch noch die Patienten zu versorgen, die in den Nachbargemeinden Geruechte von aerztlicher Heilung vernommen hatten und das natuerlich nicht verpassen wollten. Teilweise konnte man dabei jedoch nicht immer von Kranken reden, welche sich in die als Praxis umfunktionierte Kapelle draengten Doch wann in 1000 Jahren laesst sich schonmal ein Team von gebildeten Aerzten in ihrem Dorf blicken. Da muss man schonmal zuschlagen und zur Not ein Wehwehchen erfinden ;)
Ausserdem waren wir mit denen in Agua Caliente – zum Baden in, richtig, heissem Wasser! Dort gibt es, aehnlich wie in Baden-Baden, ein Thermalbad. Dieses Thermalbad hatte sogar richtige Schwimmbecken und Zugang zum Fluss. Das war eigentlich auch das Highlight (denn waren die Schwimbecken schon schwer „honduranisch“), denn konnte man immer vom natuerlich kalten Flusswasser ins natuerlich heisse Thermalwasser hinundher wechseln oder sich in der Mitte an heissen Stroemungen ergoetzen.
Da nach unserer Visa-Verguenstigung (wir arbeiten ja fuer die katholische Kirche und haben somit Sonderrechte) auch bekannt wurde, dass wir keinen Cent fuer Migration zwischen Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua bezahlen muessen, wollen wir das nun natuerlich mit Wochenendtripps auch ausnutzen. So gehts nun hoffentlich bald die Sehenswuerdigkeiten von Guatemala besichtigen und in der Semana Santa (richtig, an Ostern) fuer ein paar Tage nach El Salvador. Wenn das klappt, haben wir naemlich die zum Schluss restlichen Urlaubstage (bzw. unseren Urlaub ueberhaupt hihi) frei fuer die Karibik und koennen unser FSJ nochmal kulturell schoen ausklingen lassen.
Ich schreib bisdahin bestimmt nochmal; jetzt aber schonmal liebe Gruesse, wir sehn uns und bis bald
der FSJler aus Honduras



”Waschmaschine”


Gebetsstunde


Maria im Mototaxi


Stilles Oertchen?


Apotheke provisorisch


Untersuchung


Lichtblick


Que fresa, heh!

Im neuen Jahr…

So Freunde!
Von unserem Nicaragua-Mexico-Urlaub wieder zurueckgekehrt, will ich meinen, nun einiges berichten zu koennen.
Los gings ja nach Weihnachten, nachdem wir das Haus in die vertrauenerweckenden Haende unserer Lorena gelegt hatten. Einen kleinen Zwischenstop legten wir wie immer in Tegucigalpa ein, wo wir uns auch mit Rodolfo, dem maennlichen Part unserer ICYE-Koordination, trafen Dieser brachte uns die Reisepaesse mit, sodass unserer Ausreise nichts mehr im Weg stand. Diese vollfuehrten wir auch mit einer Leichtigkeit am naechsten Tag. Die Grenze war dabei voll von Wegelagerern, die entweder Geld tauschen, uns rumkutschieren oder unsere Paesse sehen wollten. Stempel gabs leider keine, dafuer aber jede Menge Gelegenheiten, Geld loszuwerden. Letztendlich sind wir gut in Leon, einer nicaruguanischen Stadt in Kuestennaehe, angekommen und haben auch sogleich den witzig-tollen Felix Gartner getroffen. An sich gibts zum Aufenthalt dort aber nix gross zu sagen: die Tage bestanden aus Strand, TOTO-Burger vom TOTO-Stand, einem Revolutionsmuseum der FSLN und 7er Rum.
Am Strand sind wir mit einem Boot durch naturgeschuetzte Makroobenwaelder gefahren mit dem Ziel zu einer Schildkroetenrettungsstation zu gelangen. Die haben wir auch gefunden und durften live bei der Befreiung von frischgeschluepften Baby-Schildkroeten zuschaun. Diese wurden von ihrer Mom im Sand eingegraben und muessen dann den langen Weg ueber den Strand Richtung Meer antreten. Damit dies alles ein wenig einfacher wird, hilft ihnen die Menschenhand. Der Anblick war natuerlich sooooo suuueees!! Der Felix war dann auch endlich „das erste Mal bei einer Geburt“ dabei. Am Strand gabs natuerlich auch jede Menge Wellen, die unseren gestaehlten Koerpern allerdings wenig anhaben konnten. Die Disco in Leon haben wir eines Nachts auch mal gecheckt, was durchaus zu Ueberraschung hinsichtlich der Tanzweise fuehrte. Im Klartext tanzen dich die Maedels haste’nich’gesehn in Grund und Boden – sowas haste wirklich noch nicht gesehn!
Silvester haben wir ja auch dort gefeiert, allerdings war eher weniger mit Strand, sodass wir zuerst im Hostel schoen gegessen und dann mit anderen Deutschen zuerst im Hostel und spaeter noch im Stadtzentrum gefeiert haben. Im Grunde wars aber nicht gross was besonderes, ausser dass es natuerlich warm war und wir in Nicaragua :)
Letztendlich haben wir in Leon acht Tage verbracht mit viel Entspannung, Spass und einer Zusammenkunft jeder Menge Deutscher. Auf der Rueckreise hab ich dann erfahrn, dass unser spanischer Freund Victor meine schwarze Lieblings-Auschreitungs-Fahrrad-Windschutz-Jacke an den Knast verschenkt hat, da er dachte, die haette niemand mehr gebraucht. Dabei hab ich sie nur auf der Hinfahrt nach Nicaragua vor eben einer Woche dort vergessen. Verlust Nummer 1. Danke, Victor! Vollidiot. Ende.
In Ostuman, Copan zurueck hatten wir erstmal alle Haende voll zu tun, unsere (nicht verschenkte) Waesche zu waschen, Vorraete einzukaufen und uns mental auf die Reise nach Mexico vorzubereiten. Mental deswegen, weil ablauftechnisch garnix geplant war und dies dem Zufall ueberlassen wurde.
Am Morgen des naechsten Tages um sechs Uhr plus 20 Minuten Verspaetung kam der Bus dann durch unser kleines Doerfchen und nahm uns mit auf seine 7stuendige Busfahrt nach Antigua, Guatemala. Antigua an sich ist wirklich schoen anzuschaun mit seinen alten Strassen und Haeuschen, doch ist sie leider ueberfuellt von Touristen – und Kirchen, die keine 200 Jahre alt sind. Kolonialstil ist ja allgemein nur seltenst wirklich kuenstlerisch-kulturell ansehnlich. Deswegen haben wir auch nur eine Nacht dort verbracht, um dann am naechsten Morgen ins Ungewisse zu starten.
Noch schnell bei GoogleMaps nachgeschaut, wie der naechstgroesserer Ort am Grenzuebergang heisst, und schon sassen wir im Chickenbus nach Guatemala City. Kurze Mittelamerika-Kunde: Chickenbusse sind diese kleinen meist gelben Schulbusse aus den USA, die hier in Mittelamerika fuer die Lokalbevoelkerung kostenguenstig durch die Orte bimmeln. Die Chaostour begann mit der Erkenntnis, dass es in der Hauptstadt nicht ein, sondern in Gottes Namen mehrere Busterminals gab und wir natuerlich am falschen ankamen, um an die Grenze zu gelangen. Auch war der Ort, den wir im Internet fanden, nicht der Name es Grenzueberganges, sodass es irgendwann nicht mehr darum ging, genau dort, sondern ueberhaupt irgendwie in Mexico einzureisen, Zum Glueck machten wir die nette Bekanntschaft mit einem Ortsansaessigen, der uns durch den Grossstadtdschungel und allen seinen Verkehrstuecken lotste. Wir wurden schliesslich einem Taxifahrer uebergeben, der uns wiederum einem „befreundeten“ Busfahrer bekanntmachte, welcher uns dann wiederum endlich aus der Stadt brachte. An der Endstation angelangt, schnappte sich bereits ein (weiterer) „Freund“ dieses Busfahrers unsere Ruecksaecke und lud sie vertrauensvoll auf seinen Chickenbus. Und weiter ging die gute Fahrt – in die guten Herzen der Menschen vertrauend. Letztendlich kamen wir dann tatsaechlich an der Grenze an, wo wir uns noch auf guatemaltekischer Seite ein nettes Hotel suchten und die Nacht verbrachten. „Nett“ in dem Sinne, dass zum Einschlafen ein Prediger quasi vor unserem Fenster lauthals seine Reden schwang und ich unter der Bettdecke naechtliche Besucher aus dem Reich der Kakerlaken antraf. Alles nicht so schlimm, schliesslich gings nach Mexico, nach Mexico, auch ohne Geld und wenn es sein muss mit dem Floss. Auf einer Karte stellten wir uebrigens auch fest, dass wir genau dort waren, wohin wir am Morgen wollten und das fuer $25 statt $50 und jeder Menge Abenteuer.
Und dann, am naechsten Morgen war es soweit. Wir schritten stolz an den Behoerden Guatemalas vorbei, um in der mexicanischen Migrationsbehoerde unsere Einreise klarzumachen. Nun, leider machte man uns dort (unmissverstaendlich) klar, dass es ohne Ausreisestempel in Guatemala keinen Einreisestempel in Mexico gibt. Wir die Kinnlade wieder hochgeklappt und somit die 3km, die zwischen Guatemala und Mexico (also eher deren Migrationsbehoerden) wieder zurueckfahrn konnten, um nicht mehr ganz so stolz in der guatemaltekischen Migra unsere Ausreise zu beantragen. War dann auch garnicht so schwer und wir marschierten aufs neue los, das zu Ende zu bringen, was die EZLN 1994 angefangen hat. Als wir den mexicanischen Beamten schliesslich zum Aufdruecken unseres wohlverdienten Stempels gebracht hatten, sassen wir auch schon im Bus und fuhren ueber Comitan direkt ins Herzen von Chiapas nach San Cristóbal De Las Casas. Unterwegs wurde dann auch von den vertrauenserweckenden Grenzbeamten in mehreren Kontrollen insgesamt 5 der 16 Buspassagiere die Weiterreise verweigert, da sie wohl ueber keine ausreichenden Papiere verfuegten. Schikane oder Verhinderung von illegaler Einreise unbeachtet sind 5/16 doch eine krasse Zahl, da denen das bereits bezahlte Busgeld wohl nicht mehr erstattet wird.
In San Cristóbal angekommen folgte die Ernuechterung dann schnell dass die einst durch eine revolutionaere Besetzung bekanntgewordene Stadt mittlweile nicht mehr so revolutionaer ist, sondern viel von den Touristen und ihren Nachfragen dominiert wird. Sowohl die traditionellen Maya als auch die indigenen Bauernaufstaende werden so schwer komerziell ausgeschlachtet. Wir uns dann sin vergüenza unter die Touristen gemischt und einen Tag mit Sehenswuerdigkeiten verbracht. Dann gings auch schon weiter nach Palenque, welches oestlich von San Cristóbal liegt. Dort ist dann der Darm im Koerper an die Macht gelangt und hat die Beine dazu gebracht, mich zwischen Klo und Bett hin- und herzupendeln. Jedenfalls blieb ich fuer die naechsten zwei Tage mit Scheisserei im Hostel zurueck, waehrend der Jakob mit unserem neuen daenischen Freund Peter so allerlei herrlich-schoene Dinge in einem herrlich-schoenen Zustand in herrlich-schoenen Welten erlebte. In die Ruinen konnte ich nach einem revolutionaeren Rueckerlangen der Macht dann letztendlich auch, was sich auch gelohnt hat. Die Truemmer sind dort wesentlich groesser wie in Copan und besser begehbar.
Die Stadt Palenque bot jedoch nicht allzuviel, sodass wir auch schon wieder zurueck nach San Cristóbal fuhren; Peter machte sich auf nach Cancun.
Unterwegs machten wir die Bekanntschaft mit einer Deutschen, die als freiwillige Menschrechtlerin fuer ein paar Monate die autonomonen indigenen Doerfer beobachtet und uns somit viel ueber diese erzaehlen konnte, unter anderem auch, wo sich welche dort befinden und wie man am besten dort hingelangt. Also wir nichts wie los, die Sachen gepackt und fuer einen Tag nach Oventik gefahren. Oventik ist eines der Verwaltungszentren und besteht aus einem Wachhaus, einem Buero der buen gobierno (gute Regierung), mehreren Verkaufslaeden, einem Frauenhaus, einem Restaurant, einem Schulkomplex und einm Allzweckplatz. Jedenfalls wurden wir bereits am Tor von einem Vermummten Wachmann empfangen, der uns nach ein paar Minuten und mit der Erlaubnis der Wache das Tor oeffnete, sodass wir zu eben dieser geleitet wurden. Auch dort erwarteten uns zwei mit Tuechern und Sturmhauben vermummte Maenner, welche unsere Ausweise checkten. Alles kein Problem, die Stimmung wurde zunehmendst angenehmer, da mir natuerlich beim Anblick der Vermummten etwas komisch wurde. Nicht einer der uns begegnenden Wachmaenner jedoch trug eine Waffe und alles in allem schien es eher zu ihrem eigenen Schutz zu dienen. Nach all dem Prozedere gelangen wir dann ins Buero der buen gobierno und auch dort empfing man uns vermummt aber freundlich hoeflich. Wir sassen im Buero auf einer Holzbank, vor uns sieben Vertreter sowohl maennlich als auch weiblich, wobei das juengste Mitglied ein Maedel war, kaum aelter wie wir. Die Holzwaende waren mit Postern der EZLN beklebt und auch ein deutsches war darunter, was zu weiterer beiderseitiger Erheiterung fuehrte. Letztendlich hiessen sie uns willkommen, erzaehlten ueber die Funktionsweise ihres Systems und erklaerten, dass wir frei herumlaufen duerften und auch Fotos machen koennten. Dann entliessen sie uns auch schon wieder, wie wenn nichts gewesen waer und widtmeten sich wohl ihrer eigentlichen Arbeit. Wir also nichts wie drauf los und das komplette Lager angeschaut, Fotos geschossen, auch revolutionaer zu Mittag gegessen und mal so „befreites Gebiet“, wie sie es nennen, auf uns wirken gelassen. An sich war alles nichts besonderes, denn auch die Wachmaenner vom Anfang zeigten sich spaeter in zivil, wobei nun Frauen ihre Position am Tor uebernommen hatten – natuerlich in traditionellen Roecken und Blusen aber mit Sturmhauben und Tuechern vermummt. Ein klasse Anblick.
Die restliche Zeit verbrachten wir schliesslich am Pazifikstrand im Westen des Landes. Zuerst gings ueber Tuxtla Gtz. und Tonala nach Boca del Cielo, wo wir auf eine Sandbank abschottet von Zivilisation und gewoehnlichen Menschen, uebersetzten. Die Zeit verbrachten wir mit Kokosnuessen (die gehoeren dort niemanden, was aber auch heisst, dass man die selbst von den Palmen holen und knacken muss!), Bier, Haengematten, Fisch und Meeeeeer :)
Geschlafen haben wir in Haengematten unter Palmendaechern im Freien – und auch im Kampf mit Schnaken und anderem Getier. Alles in allem war es super-idyllisch, aber auf Dauer dann auch genug.
In Puerto Arista, einem weiteren Kuestendorf, ging es dann eigentlich so weiter mit dem Tagesablauf, bis mir des nachts mein Fotoaperat und Hany abhanden kam, das Geld jedoch schoen an seinem Platz blieb. Gezeigt hat es, dass man nicht nur in honduranischen Staedten, sondern auch in mexikanischen Doerfern Opfer von Raub und Diebstahl werden kann. In Tegucigalpa hab ich sowas jedenfalls noch nicht erlebt (ich hoffe unsere Freunde von der Botschaft lesen dies!). Verlust Nummer 2. Gracias, gerne wieder. Bestimmt drogensuechte Jugendliche. Ende
Ueber Tapachula und Antigua ging es schliesslich Richtung zu Haus und auch wieder in einer neuen Wahnsinnsfahrt mit Wahnsinnsbus und Wahnsinnsfahrer. Jedenfalls wars noch guenstiger, wie die Hinfahrt. Jetzt sind wir wieder zuhaus und leben uns aufs neue in die gesellschaftlichen Verhaeltnisse von Honuras ein. Da mir jedoch, wie bereits erwaehnt, unterwegs die Kamera gestohlen wurde, gibts jetzt nur wenig Bilder -.- Schaut aber auch beim Jakob vorbei!



Leon Zentrum 1


Leon Zentrum 2


Im Museum von Leon


Venceremos


Unser Hostel in Leon


Grenzuebertritt


San Cristóbal, Chiapas


Ruinen, Palenque

Vom alten Jahr ins neue Jahr…

Seid gegruesst!
Ein neuer Eintrag ins online-Tagebuch habt ihr nun vor euch.
Mir gehts soweit auch ganz gut. Ein wenig plagt einen die Langeweile – so ganz allein zurueck geblieben im Haus. Doch fangen wir dort an, wo wir aufgehoert haben.
Nachdem ja das Schuljahr dem Ende zuging, fing unsere Arbeit erst richtig an. Zuerst schien unsere Freizeit schier enlos, denn mussten alle fuer ihre Jahresabschlusspruefungen der Schule lernen. Die Capacitaciones fielen daher so gut wie alle ins Wasser. Als dann die heiss umkaempften Pruefungen rum waren und das Jahr zu Ende, wollten wir das Programm wieder anziehen und voellig den Tag mit Nachhilfe und Aufarbeitungen fuellen. Naja, hastenichgesehn, hatten alle andere Aufgaben zu erledigen. Und wie man das ja aus Deutschland kennt, ist die Motivation am Jahresende gleich null :)
Jedenfalls versuchten wir unser Bestes, die Jungs und Maedels am Ball zu halten – auch mit der Vorbereitung auf ihre hausinterne Jahresabschlusspruefung. Da die leider nicht ganz so ernst genommen wurde (oder wir den Schuelern einfach ueberhaupt nichts vermittelt bekommen haben?!), viel das gesamte Examen eher schlecht aus. Jedenfalls war es sehr ernuechternd zu sehen, dass es so einfach doch nicht geht ;)
Kann man nix machen, das Leben geht weiter – mittlerweile sind auch alle Jungs und Maedels in ihren Familien zurueck und wir sind, wie schon gesagt, allein hier im Haus. Der Plan fuer die naechsten Wochen ist nach Nicaragua fahrn, wo wir unseren Freund, den Felix Gartner, treffen und Silvester am Strand feiern duerfen. Anschliessend soll es wieder zurueck gehen und anschliessend in entgegengesetze Richtung ueber Guatemala nach Sued-Mexico. Besonders den Teil Chiapas wollen wir uns dabei ansehen. Dieser wir noch immer durch die Konflikte der mexikanischen Armee mit den indigenen Bauernaufstaendigen der EZLN. Wie gesagt, so lautet der Plan. Dass hier doch immer wieder einiges so kommt, wie man es eben nicht erwartet hat bzw. wenig so kommt, wie man es erwartet hat, haben wir mittlerweile kapiert. So machen wir uns einfach mal auf den Weg.
Euch allen in der Heimat, meiner Familie und meinen Freunden wuensche ich ein schoenes und ruhiges Weihnachtsfest mit besinnlichen Tagen. Anschliessen natuerlich auch einen guten Rutsch ins neue Jahr 2009. Da wir jetztdann auch wegfahrn, weiss ich nicht, wie und wo ich mal ins Internet komme. Trotzdem freu ich mich natuerlich immer auf Rueckantworten (Email-Adresse beim Menuepunkt Foerderkreis).
Ich verabschliede mich fuers Jahr 2008 zudem mit einer Auswahl an Bildern der vergangen Tage
Adios!



Brandrodungswanderfeldbau


Landschaft halt


Grundschule


Kaffee-Ernte 2008


Steinschlag


Echte Kerle


Partydekoration


Riesenfete


Strasse ?? Acker


Gut geparkt


Weihnachtsueberraschung


Brueckenbau

Bilder, die 7te…



Unser neues Auto


Endlich oben


Chiller #1


Chiller #2


Arbeit drinnen


Arbeit drausen


Kochen inside


Kochen outside


Frierend…


…aber gluecklich


La Entrada


Milchmann honduranisch

Wieder zuahaus…

Mensch, Fans ’n’ Friends!
Gibts euch auch noch? Mich auf jedenfall. Jedoch nicht allzuviel neues zu berichten. Wir sind ja aus der Hauptstadt Tegucigalpa zurueckgekommen und prompt hat uns der Alltag erwischt. Wie immer also morgens den Jungs und Maedels ihre verdienten Capacitaciones (Nachhilfestunden in Gruppen) gegeben. Die Nachmittage haben wir zudem damit verbracht, die Tische im Esszimmer abzuschmiergeln, anzustreichen und zu lackieren, was bei dieser Anzahl durchaus eine Arbeit ist :) Auch haben wir unseren Compost fertig gebaut und an seinen Ort gebracht, wo er nun fleissig Abfaelle zu Erde machen laesst. („Endlich!“?? Wie, das war vielleicht nicht so einfach und mit Planung Arbeit verbunden, pah!!)
Um dem Alltag ein wenig zu entfliehen, machten wir uns eines schoenen sonnigen Samstags auf, die Welt zu erkunden – oder zumindest zu sehen, was denn eigentlich hinter dem naechsten Berg liegt. Also Rucksack gepackt, Chillerhosen an und ohne Ahnung, wo und wie man da eigentlich hochkommt ab in Richtung Berg. Ohne Karte und Kompass gings dann einach die Strasse entlang, welche uns durch Doerfer, Dschungel und Maisfelder fuehrte. Als der Weg dummerweise aufhoerte, trafen wir einen einsamen Feldarbeiter, welcher uns erklaerte, dass wir einfach schnurgerade den Berg hinaufsteigen sollten und wir wuerden schon ankommen. Durch nochmehr Maisfelder und Stacheldraht verloren wir langsam das Ziel aus den Augen, wollten aber immer weiter den Berg hinauf. Unterwegs trafen wir zwei weitere Arbeiter auf dem Weg, den Bergkamm zu uebersteigen. Kein Problem war es, dass wir dabei mitkamen, hatten sie auch „unseren Berg“ auf ihrer Route. Gleuchzeitig haetten sie uns auch einfach mit ihren Macheten ausnehmen koennen. Aber das taten sie zum Glueck nicht und so zeigten sie uns oben auf dem Kamm die Grenze zu Guatemala und fuehrten uns sogar zum Gipfel des ausersuchten Berges. Sie liefen weiter, mussten schliesslich arbeiten und wir machten erstmal eine Pause oben in der, wie sich heraustellte, halbfertigen „Funkstation“. Unser Ziel hatten wir mal wieder erreicht. Mit 0% vorheriger Planung drauflos und mit 100% Glueck kurz alles erreicht, was zu erreichen war.
Klar, kein Ding, versteht sich und erledigt.
Runter gings dann auf der eigentlichen Versorgungsstrasse der Station, denn Natur haben wir gesehen, Freundschaften geschlossen und Abenteuer erlebt – was also mehr!?
Die weiteren Wochenenden verbrachten wir dann mit dem Besuchen von Doerfern mit einigen Jungs hier aus dem Haus. Unser neues Auto kam uns dabei natuerlich gelegen, denn ist durch den Matsch der letzten Regenfaellen zu Fuss oder mit dem Taxi kaum ein Durchkommen. Diese Besuche stellten sich dabei als teilweise sehr langweilig bis extremst krass und ueberhaupt brudaalst interessant heraus. Denn von Rumsitzen und aufs Mittagessen warten bis zum Austauschen von ganzen Computern und Uebernachtungen auf „Café-Ranches“, wie ich sie liebevoll nennen will, war alles dabei! Auch durften wir einmal in einer Radiostation mitansehen, wie Radio in Honduras gemacht wird. Alles etwas einfacher und kitschiger, aber vom System her dann doch irgendwie gleich :) Die Radiostation dient dabei zum Senden von Unterrichtsstunden, welche die Jungs und Maedels in den Doerfern der Waelder und Gebirge empfangen und so ihre Bildung aufstocken. Ein klasse Projekt wie ich finde, denn gibts in vielen Doerfern noch kleinere Unterrichtseinheiten von freiwilligen Ansaessigen, welche Unklarheiten beheben. Einfach und anscheinend recht erfolgreich!!
Nun haben die Jungs und Maedels hier im Projekt ihre „wohlverdienten“ Weihnachtsferien und bekommen dann auch Nachmittags Nachhilfeeinheiten, die allerdings noch nicht so recht erfolgreich verlaufen, ist nach dem Mittagessen die Motivation doch leider etwas weit unter dem Durchschnitt. Mal schaun, was sich da noch machen laesst. Von Weihnachten spuert man bisher noch nicht sehr viel – nur die Temperatur ist ein wenig gesunken und es regnet auch mehr.
Mal schaun, wann es dann das erste Mal schneit…

Bilder, die Sechste…



Das Zentrum von oben :)


Das Zentrum von unten :(


Ueber den Daechern


El Picacho


Grundschueler


Lecker Mittagessen


Teamwork


Hilfe kommt im LKW


Auf dem Heimweg


Unser drittes Zuhause

[10.11.08] Die Bilder gehen nun auch alle :)